Berufsorientierung der Klasse SB1b

Auf das Fach Berufsorientierung (BO) freuen sich die Schülerinnen und Schüler der ersten Oberstufen-Klassen in der Regel besonders. Es ist ein Fach, dass ausschliesslich der Oberstufe vorbehalten ist, sich klar vom Primarschulalltag unterscheidet und somit eindeutig den unvermeidbaren Gang in Richtung Erwachsendasein indiziert und zementiert. Das Fach befasst sich, mehr als vielleicht andere Fächer, mit der einzigartigen Persönlichkeit jedes einzelnen Schülers. Dabei ist es für den jeweiligen Schüler, der sich vielleicht erstmalig in seinem Leben auf die Suche nach dem eigenen „Ich“ macht – nach Interessen, Vorlieben und Abneigungen - eine spannende und dabei vielleicht auch oft überraschende Suche. Dass das Fach nicht benotet wird, sorgt dafür, dass im Klassenraum normalerweise eine zwar arbeitsam-wissbegierige, aber trotzdem locker-fröhliche Arbeitsatmosphäre herrscht.

Arbeitstechnisch werden die Interessen der Schülerinnen und Schüler auf nicht weniger als neun Berufsinteressenfelder verteilt, die sich wiederum auf eine Vielzahl von Berufen aufteilen. Im Berufsinteressenfeld „Natur“ z. B. finden sich u. a. Berufe wie „Florist, Gärtner, Pferdefachmann, Agrarpraktiker, Forstwart und Landwirt“. Diese Berufe lassen sich im Internet auf speziellen Berufsseiten nachschlagen oder „checken“, wie die Schülerinnen und Schüler vielleicht umgangssprachlich zu sagen pflegen. In welchem Beruf der Schüler also in Mathematik, Deutsch oder Französisch gut sein muss, um problemlos eine Lehrstelle zu finden, lässt sich hier überprüfen. Manchen mögen diese Informationen ein Ansporn sein, sich in den entsprechenden Fächern zu verbessern. Andere finden an dieser Stelle die Gewissheit, bislang schulisch alles richtig gemacht zu haben. Wieder andere erfahren, dass sie besser ein anderes Betätigungsfeld suchen sollten. Dies gilt mitunter auch für Berufe, die nicht unmittelbar nach der obligatorischen Schulzeit ergriffen werden können (z. B. Polizist, Rettungssanitäter oder Berufsfeuerwehr).

So oder so, die „letzte Gewissheit“, ob der gefundene Beruf zu einem passt, erhalten die Schülerinnen und Schüler oft erst in der Schnupperlehre. Da diese aber erst ab der zweiten Oberstufe auf dem Schulprogramm steht, müssen sich die Schülerinnen und Schüler der SB 1b noch etwas gedulden – während die Suche nach dem geeigneten Beruf optimistisch weitergeht.